Die Haarentfernung im Intimbereich – wir räumen mit den Mythen auf

Die Intimrasur ist kein neuer Trend. Tatsächlich wurde bereits im Jahr 2008 eine Studie der Universität Leipzig durchgeführt, die besagt, dass sich rund 97 % der Frauen und sogar 79 Prozent der Männer regelmäßig rasieren. Dabei liegt vor allem der Intimbereich ganz vorne auf der Liste der enthaarten Regionen. Bis heute hat sich daran nichts geändert und dennoch gibt es nach wie vor einige Mythen, die verunsichern.

Jeder macht es – oder doch nicht?

Über die Intimbehaarung wird nicht gesprochen – man hat sie oder man hat sie eben nicht. Daher ist es genau dieser Bereich, der viele Frauen und auch Männer nach wie vor unsicher macht. Soll ich mich enthaaren? Ist dies gut für meine Gesundheit? Oder kann dies eher für vermehrte Infektionen sorgen? Wenn ich mich enthaare, enthaare ich mich ganz? Oder nehme ich mir nur die Bikinizone vor? Wenn du bis jetzt dachtest, dass du mit deinen Sorgen allein bist, können wir dich beruhigen.

In den letzten Jahren wurde immer wieder Unsicherheit darüber geschürt, ob man sich den Intimbereich überhaupt enthaaren sollte. Fakt ist jedoch, dass immerhin 67 % der Frauen in Deutschland das tun. Dabei geben sie in erster Linie hygienische Gründe an. Der Wunsch, die Haare im Intimbereich zu entfernen, geht auch mit dem Gedanken einher, sich hier sauberer und gesünder zu fühlen.

Aber nicht nur Frauen setzen gerne auf einen haarlosen Style in der Unterhose. Immerhin rund 45 % der Männer rasieren sich ihren Intimbereich ebenfalls komplett.

Ist die Haarentfernung im Intimbereich gefährlich?

Vielleicht hast du schon davon gehört, dass Gynäkologen von der Entfernung der Schambehaarung abraten. Das ist tatsächlich kein Mythos. Wir möchten dieser Empfehlung jedoch auf den Grund gehen. Für die Entfernung der Haare im Intimbereich greifen die meisten Männer und Frauen auf den Rasierer zurück. Sie führen eine Nassrasur durch. Die Haut im Intimbereich ist jedoch besonders empfindlich. Daher kann es hier schneller zu kleinen Verletzungen kommen. Da sich gerade im Intimbereich viele Bakterien tummeln, ist es möglich, dass so Infektionen entstehen.
Aber auch Juckreiz, Rötungen und Pickel sind ein Faktor, der dafür sorgt, dass von einer Intimrasur abgeraten wird. Dabei beziehen sich die Empfehlungen jedoch rein auf die Rasur. Mit einer dauerhaften Haarentfernung hast du diese Probleme nicht. Durch die sanfte Technik wird die Haut im Intimbereich nicht gereizt. Schnittverletzungen können nicht auftreten.

Mehr Schweißgeruch und Infektionen durch einen haarlosen Intimbereich?

Interessant ist die Frage, warum der Mensch eigentlich eine Intimbehaarung hat. Gehen wir hier einmal weit zurück in die Zeiten, als es das oberste Ziel des Menschen war, sich zu vermehren. Im Intimbereich werden Sexuallockstoffe gebildet. Diese gelangen über die Haare nach außen. Sie setzen sich auf den Haaren fest und senden die Botenstoffe an potenzielle Partner. Dies ist heute nicht mehr notwendig. Inzwischen nehmen wir anders Kontakt zu dem Menschen auf, für den wir uns interessieren. Zudem sollte sie den Menschen davor schützen, dass Schmutz und auch kleine Tiere in den Intimbereich eindringen können.

Immer wieder wird aber auch darauf verwiesen, dass die Schamhaare Schweiß abfangen und ein Intimbereich ohne Schamhaare schneller nach Schweiß riecht. Das widerlegt Dr. Ernst Tabori. Er ist Facharzt für Hygiene und weist darauf hin, dass ein starker Schweißgeruch nicht mit der fehlenden Intimbehaarung, sondern mit der Körperpflege an sich in einem Zusammenhang steht. Zudem gibt er den Hinweis, dass die Behaarung sogar der Grund für einen stärkeren Geruch sein kann. Hier kommen wir auf die ursprüngliche Bedeutung zurück. Der Effekt der Haare, den Intimgeruch nach außen zu tragen, kann heute zu einem echten Nachteil werden.

Vollständig enthaaren oder nicht?

Grundsätzlich lässt sich also sagen, dass die Entfernung der Intimbehaarung eine ganz persönliche Entscheidung ist, dabei aber weder gesundheitliche Vor- noch Nachteile für dich mit sich bringt. Im Fokus sollte stehen, womit du dich wohler fühlst. Dabei muss es nicht einmal die komplette Enthaarung sein. Viele Menschen rasieren nur die Bikinizone und kürzen die Behaarung im Intimbereich lediglich ein. Es gibt viele verschiedene Varianten, die Haare zu entfernen oder zu reduzieren.

Möchtest du nicht auf eine glatte Haut in diesem Bereich verzichten, ist die dauerhafte Haarentfernung sowohl gesundheitlich als auch aus praktischer Sicht die beste Lösung. 

Quelle: Studie der Universität Leipzig